SATTELKAMMER BERN

 

DISPLAY

 

8. / 15. & 16. November

 

SCHNEE, EIS, KOHLE & SILIZIUM


Anna Comiotto

 

 

Vernissage   DO 8.11.       19 - 21

 
geöffnet       DO 15.11.     19 - 21
                    FR 16.11.     
19 - 21

 

 

Schnee vom Simplon überwintert und übersommert in der Tiefkühltruhe, wird dann ins Kühlhaus gebracht. Ergänzt mit Eis, Kohle, Silizium und einer festgefrorenen Prise Salz vom Atlantik. Mit Draht verbunden, und mit ein paar Zeilen Code, entsteht ein autarkes Aggregat und Strom. 
Elemente der Erdkruste werden aktiv. 
 
ANNA COMIOTTO / *1977 beobachtet Aktivität in künstlichen und natürliche Stoffen. Schnee, Eis, Erde, Gestein, Erz und Flora werden Teil von Experimenten mit Licht, Strom und Ton. Zwischen Artefakt und Naturereignis zeigen sich Phänomene, oft nur für kurze Zeit.

 

 

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ENTER

 

23. - 24. November

 

IT IS ALIVE!


Adrian Demleitner und Julia Geiser

 

 

Freitag    18 - 22
18.00       Öffnung und Apéro, Screening der Arbeit
19.00       Input-, Artist-Talk: Of Monsters and Gender
19.30       Partizipative Runde zu gegenwärtigen Genderthematiken
                und Monstern

 

Samstag  14 - 18
                Monster-Storytelling Laboratory, free to join

 

 

Während zwei Tagen setzen wir uns mit dem Monster als Repräsentation des
Unrepräsentierbaren auseinander. Das diesjährige Jubiläum von Mary Shellys Buch
Frankenstein nehmen wir zum Anlass um den Topos des Monsters auf sein reflexives Potential
in der künstlerischen Praxis zu untersuchen.


Monster sind Gestalt gewordene Ängste. Sie bezeichnen etwas, was von der Norm
ausgestossen wird und in seiner Abweichung als nicht integrierbar erfasst wird. Monster stehen
für das Undenkbare, das Unzeigbare, das Andere, das Abjekte. Somit dienten sie nicht selten
als Mittel zur Verfestigung von hegemonialen Strukturen. Denn das Abjekte, das Ausgestossene,
formt in seiner Abgrenzung die vermeintliche Norm.
Sie haben aber auch das Potential das Unsichtbare sichtbar zu machen. Wir behaupten, dass
Monster sowohl das Potential haben subalternen Positionen sichtbar zu machen und zu
verhandeln als auch hegemoniale Positionen zu entlarven und zu kritisieren.


Und wer schafft diese vermeintlichen Monster? War es Frankenstein selbst, oder wurde seine
Schöpfung erst durch den wütenden Mob zum Monster gemacht? Und erinnert uns der blinde
Grossvater nicht manchmal an uns selbst, wenn das Monster mit Getöse und Hass aus dem
Haus vertrieben wird, während wir tatenlos wegsehen? Und was hat Marry Shellys Schöpfung
mit Incels oder Netcourage zu tun?


In dieser Auseinandersetzung dient uns die Figur des Monsters als Werkzeug um die
Ambivalenzen von Repräsentation zu untersuchen. Nach dem Gender hacking Festival, wagen
wir mit dieser Arbeit einen weiteren Exkurs in das Thema Gender und dessen Repräsentation.

Neue Wellen toxischer Maskulinität stehen aktivistischen LGBTQA*-Bewegungen in neuen
digitalen Welten gegenüber. Wie können wir die Parallelen zwischen aktuellen Geschehnissen
und fiktiven Monster-Narrationen für eine künstlerische Forschung nutzen. Mit dem Griff zum
Monster wollen wir einen Zugang zum Diskurs schaffen, welcher das Unrepräsentierbare
verständlich macht.

       zähringerstrasse 42 - 3012 bern

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