SATTELKAMMER BERN

 Bild: Notes - phonétique, A4, recto - verso, Angela Marzullo, 2019

 

 

SCIENCE TALK #SPECIAL
mit Performance Konferenz

 

 

House Work Art Work
 


Donnerstag 16. Mai 2019


19 h TALK mit Carola Meier-Seethaler

20.30 h PERFORMANCE CONFERENCE mit Angela Marzullo und Martha Revuelta





Im Rahmen der Ausstellung Unfinished Business freuen wir uns auf den Science Talk #SPECIAL :

Die Berner Philosophin Carola Meier-Seethaler *1927, Autorin von Ursprünge und Befreiungen: Eine dissidente Kulturtheorie mit Forschungsschwerpunkten in Feminismus, Matriarchats- und Kulturtheorie, bespricht das Thema des Gender-Gap in der Hausarbeit und gibt Einblicke in ihre umfangreiche soziokulturelle Recherchen auf den Gebieten der Soziologie, Archäologie und Ethnologie.
Im Zentrum ihrer kulturphilosophischen Schriften steht die Kritik an den patriarchalen Strukturen unserer Gesellschaft und an Denkmustern, die zur Diskriminierung des Weiblichen und zur Ausbeutung der Natur führen. Davon ausgehend, zeichnet sie Linien zu gerechteren und friedlicheren Lebensentwürfen.

Performance Konferenz
Angela Marzullo forscht in Zusammenarbeit mit der Künstlerin Martha Revuelta anhand der Makita Affidamento Show an der sich verändernden Beziehung zwischen Mensch und Maschine unter dem Gesichtspunkt einer feministischen Perspektive.
Ist es möglich, einer künstlichen Intelligenz kritisches Denken zu lehren?
In ihrer Performance Konferenz stellen die zwei Künstlerinnen ihren Forschungsprozess mit einem Interface vor, welches als Lern-Maschine eine weibliche Stimme, die Stimme von Angela Marzullo, künstlich klonen und wiedergeben kann. Obwohl diese künstliche Intelligenz zwar selbst lernt, muss die geklonte Stimme in Zusammenarbeit mit der Künstlerin immer wieder trainiert werden.
Gleichzeitig wird in der Show der zunehmende Einfluss von Hilfsrobotern für den Haushalt thematisiert, welche ausschliesslich von Männern programmiert werden, weiblich konnotiert sind und Frauennamen tragen. Was bedeutet das für uns, wenn stereotype Bilder von Frauen programmiert, geklont und auf eine gefügige Dienstleistung reduziert werden, die sich willig unterordnet und dient?

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WORKSHOP


BAD LAB: DIY or dye

 


 
SA 18. Mai 2019
11 - 16H




BAD LAB: DIY or dye
Ist ein interdisziplinärer Workshop angeleitet von Corinna Mattner und Maya Minder zum Thema Stoffe mit Wildkräutern und Bakterien einzufärben.
Wir werden uns mittels DIYbio Methoden und altem Wissen über Pflanzenfarben der Kunst des Stoffe Färbens annähern. Pflanzen, Bakterien, Fermente nutzen wir direkt um Stoffe einzufärben und unkontrolliertes Design zu kreieren. In der Gesamtinstallation werden Themen des Unfinished Business aufgegriffen, wie der Aspekt des Befreiungsmomentes, der aus dem JUST DO - dem einfach machen, hervorgeht und hier zelebriert wird. Stickrahmen stehen als Symbol für die Zeit, die wir einsparen, die wir als Freiheit für uns nehmen, indem wir über die kollektive Stick-Tradition der Handarbeit hinauswachsen, indem wir den Stoff nicht länger mit Regeln und Parolen besticken, sondern die Natur selbst ihre Zeichen hinterlässt.

Ausgehend von der franz. Bezeichnung für Wildkräuter „mauvaises herbes“ und der auf der schwarzen Liste stehenden invasiven und unerwünschten Pflanzenarten der Schweiz, stellen wir in Frage, was eine „schlechte“ Pflanze ist. Während bei semantischen Begriffichkeiten wie "gut" und "schlecht" Ängste der Verdrängung und Invasion geschürt werden und die Kontrollmassnahmen sogar auf Ausrottung angelegt sind, schaffen wir mit unserem Projekt BAD LAB: DIY or dye ein Labor rund um die Metapher des "bad weed", das als Abbild des Unsichtbaren, des Wiederauflebens und Aufbegehrens steht.

Was unterscheidet ein "BAD LAB" von einem wissenschaftlichen Labor? Es ist nie mit dem Ergebnis zufrieden. Wir interessieren uns für chemische Reaktionen aber auch für die komplexen Beziehungen zwischen der Gesellschaft und unserer Umwelt. Wie Donna Haraway in ihrem Buch Unruhig bleiben schreibt, brauchen wir neue spekulative Geschichten, um die riesigen Umweltprobleme des Planeten anzugehen.

Maya Minder belebt die über die Zeit ihrer Gasthaus: Fermentation and Bacteria Installationen gesammelten Tischdecken für die Textilfärbprozedur während des Workshops. Corinna Mattner wird ihre unfertigen Experimente und Stoffe aus bisherigen Workshops und Projekten, die seit der Entstehung des Formates im Jahr 2017 entstanden sind, in die Installation integrieren. Die Resultate des Workshops vom 18. Mai werden bis zur Finissage als Installation in der Ausstellung zu sehen sein. 
Die Kollektion wird im Rahmen des BAD LAB zu einem späteren Zeitpunkt präsentiert.

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DISCOMFORT AT HOME QUESTIONING CURRENT SELF-REPRESENTATION OF THE FEMALE IN THE DOMESTIC SPACE. (Kourtney Kardashian, promo image for her lifestyle brand Poosh, 3.5.2019. The same photo appears on the instagram account of the brand, the caption reads #pooshthebounderies.)

 

 

UNFINISHED

BUSINESS:



THE POLITICS OF

ARTPRODUCTION AND LABOUR

IN THE DOMESTIC SPACE

 

9. - 24. Mai 2019

 


KÜNSTLER*INNEN


Martina Baldinger
Philippine Hoegen
Alain Jenzer
Bruno Listopad und Nikola Knežević
Angela Marzullo
Maya Minder und Corinna Mattner
Alizé Rose-May Monod
Sophia Rodriguez und Oneka von Schrader
Gosie Vervloessem





VERNISSAGE
    
DO 9. Mai 2019
18 - 22H

MIT PERFORMANCES VON
18.30 H  Sophia Rodriguez und Oneka von Schrader
20.30 H  Philippine Hoegen

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DO 16.05.2019
SCIENCE TALK #SPECIAL
mit PERFORMANCE CONFERENCE
 
19H Talk mit Carola Meier-Seethaler
Philosophin mit Forschungsschwerpunkten in Feminismus,
Mythologie, Matriarchats- und Kulturtheorie
20H Performance Conference mit Angela Marzullo und Marta Revuelta

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SA 18. Mai 2019
WORKSHOP BadLab: DIY or dye

Workshop on textile dying with wild herbs and bacteria
mit Corinna Mattner und Maya Minder
11 - 16H

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FINISSAGE
FR 24. Mai 2019
18 - 22H
open by appointment


 
Der Ausstellungstitel verweist auf ein unabgeschlossenes Projekt und greift die losen Enden des feministischen Diskurses der 80er Jahre zu Kunstproduktion und Arbeit im häuslichen Raum wieder auf. Die Ausstellung untersucht formell, inhaltlich und theoretisch im weitesten Sinne das Häusliche und umkreist Fragestellungen rund um die Politik von Arbeit, Macht und Rollenzuschreibungen im Heute.
Zwölf Künstler*innen sind eingeladen, sich mit Themenfeldern des Alltäglichen, Hausarbeit, Fürsorge oder dem Spannungsfeld zwischen Öffentlichem und Privatem auseinanderzusetzten. Damit einhergehende wirtschaftliche, soziale und geschlechterspezifische Funktionszuschreibungen, Abhängigkeiten und Ungleichgewichte werden nicht nur sichtbar gemacht, sondern dienen als Diskussionsgrundlage für das Erschaffen neuer Denk- und Handlungsräume.
Die Vielzahl an feministischen Haltungen, Theorien und Positionen der nordwestlichen Hemisphäre, basieren auf wichtigen Errungenschaften und Privilegien, die in anderen Kulturen noch immer nicht anerkannt werden. Von der puren Genderdiskriminierung transferieren sich diese Stimmen zunehmend zur Aufforderung der Akzeptanz des Menschlichen an sich, das sich solidarisch in der Debatte zu Rassismuss, Klassismus und der Genderpolitik zeigt und diese aktiv mitprägt.
„Politics in general is … about the visibilities of the places and abilities of the body in those places, about the partition of private and public spaces, about the very configuration of the visible and the relation of the visible to what can be said about it.“1
 
co-kuratiert von Myriam Gallo und Julia Reist
 


EN


The Titel of the exhibition refers to an incomplete project or rather an incomplete discourse that picks up the loose ends of the occidental feminist discourse held in the 80’s about labour and art production in the domestic space.
The exhibition provokes questions surrounding the politics of labour, power and traditional role allocations today. A superposition of material that opens up the spectrum from a gender bias discussion towards a reflection that stands solidary to and influenced by all forms of discrimination, classicism and racism.
Twelve artistic positions elaborate on themes such as the everyday, the female body, the domestic, care taking, or the shift between the private and the public space, creating a relation and dialogue to relocate the position and different aspects of the feminist discourse today.
In the frame of the show, each of these artistic contributions, contradicts, questions or confirms certain clichés or realities we live today, and how close it’s politics often border to the absurd.
As Jacques Ranciere confirms: „Politics in general is … about the visibilities of the places and abilities of the body in those places, about the partition of private and public spaces, about the very configuration of the visible and the relation of the visible to what can be said about it.“1
 
 
co-curated by Myriam Gallo and Julia Reist

 
1 Rancière, Jacques. ‘Ten Theses on Politics’, Theory and Event Vol. 6 No. 4 (2004)

 

       zähringerstrasse 42 - 3012 bern

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